Luther, Rebell und Reformator auf der Naturbühne

Coburger Regie-Duo inszeniert Uraufführung

Uraufführung am 19. Mai 2017

Naturbühne Trebgast
(alle Rechte beim Österreichischen Bühnenverlag Kaiser & Co. A-1010 Wien)

Lutherjahr 2017 – die Reformation jährt sich zum fünfhundertsten Mal - das war Grund genug für die Naturbühne Trebgast das Coburger Regie-Duo Marion Beyer und Hermann J. Vief für die Inszenierung der vom Kaiserverlag Wien erhaltenen Uraufführung mit dem Schauspiel „Luther, Rebell seiner Zeit“, das am 19. Mai Premiere feiern wird, zu engagieren.

Mit dem Schauspiel „Luther, Rebell seiner Zeit“ inszeniert das Regie-Duo Marion Beyer und Hermann J. Vief, die beide im Coburger Land beheimatet sind, erneut ein großes kirchliches Thema. Nach der erfolgreichen Inszenierung der „Fränkischen Passionsspiele“, mit über 30.000 Besuchern im unterfränkischen Sömmersdorf im Jahr 2013, wird nun für das Jahr 2017 der große Reformator Martin Luther auf der Freilichtbühne lebendig werden. Aufführungsort wird die Naturbühne im oberfränkischen Trebgast, LKR Kulmbach, sein, die zu den schönsten Naturbühnen Deutschlands zählt. Die Organisatoren der kommenden Spielzeit haben für das Luther Jubiläumsjahr vom Österreichischen Bühnenverlag Kaiser und Co. aus Wien die Uraufführungsrechte des Schauspiels „Luther, Rebell seiner Zeit“ erhalten und konnten hierfür die beiden Coburger Regisseure, die bereits in den Jahren 2014 und 2015 mit großem Erfolg auf ihrer Bühne inszenierten, erneut verpflichten. Die Schirmherrschaft für dieses außergewöhnliche Schauspiel hat die Regionalbischöfin und Oberkirchenrätin der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern im Kirchenkreis Bayreuth, Frau Dr. Dorothea Greiner, übernommen.

Das Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit

Die Reformation, als umgestürztes Zeitalter ist ein bedeutendes Ereignis der Geschichte unserer Religion und mit ihr Martin Luther. Luther gilt als der große Unzeitgemäße, der es gewagt hatte, sich den gewaltigen Mächten des Mittelalters zu stellen. Dem Leben dieser faszinierenden Persönlichkeit - sein aufgewühltes religiöses Genie, dem das Geistliche genauso nah war, wie das Menschliche, will sich das Schauspiel annähern, ohne den Anspruch zu erheben, Luther vollkommen gerecht zu werden. Beginnend mit dem Eintritt als junger Mönch im strengen Eremitenkloster und endend nach den dramatischen Bauernkriegen, viele Jahre später, wo ihm seine Frau, die ehemalige Nonne Katharina von Bora zur Seite steht, soll das Leben und Wirken des Kirchenrevolutionärs in spannenden und berührenden Szenen erzählt werden. Die Naturbühne Trebgast, mit ihrer besonderen Kulisse, macht es dem Zuschauer leicht atmosphärisch einzutauchen - in diese Zeit und in das Leben von Martin Luthers.

Regie: Marion Beyer, Hermann J. Vief

Grußwort Regionalbischofin Dr. Dorothea Greiner

„Gott weiß, dass ich nicht gedacht habe, so weit zu greifen, wie geschehen ist; ich hatte nur die Absicht, den Ablass anzugreifen. Wenn mir jemand gesagt hätte, als ich in Worms auf dem Reichstag war, ich hätte sechs Jahre später eine Frau und würde zuhause sitzen, ich hätte es nicht geglaubt.“

So sagt es Martin Luther selbst. Die Dynamik der Reformation war weit größer als Luther es sich selbst zu Beginn hat träumen lassen. 1517 sandte er seine 95 Thesen an seinen Bischof und heftete sie vermutlich auch an das Tor der Schlosskirche in Wittenberg. Das – und weitere seiner Schriften und Predigten - löste eine Glaubensbewegung aus und heftige Gegenreaktionen seiner damaligen Kirche.

Diese Dynamik war von ihm nur noch zum Teil steuerbar. Teilweise wurde er auch selbst von ihr erfasst und weitergetragen. An vielen Auswirkungen litt er unsäglich – so auch an der Gewalt, die in den Unruhen der Bauern zu Tage trat und in der brutalen Reaktion der Fürsten.

Nicht alles war gut, was sich im Wechselspiel der Kräfte ergab. Doch für eines werden wir Martin Luther immer dankbar sein: Luther stellte Jesus Christus und das Evangelium der Gnade Gottes in die Mitte der Verkündigung und übersetzte die Heilige Schrift ins Deutsche. Die Dankbarkeit dafür hat auch Papst Franziskus am Reformationstag 2016 in Lund zum Ausdruck gebracht. Wenn Luther also ein Rebell war, so ging es ihm nicht um Rebellion, sondern darum, dass das Evangelium leuchtet, denn: „Das Evangelium ist die Mutterbrust und die Bauchhöhle Gottes: durch das Evangelium gebiert, säugt und hegt er uns.“ Luther hat vermutlich Sprache und Kultur in Deutschland stärker geprägt als jeder andere Mensch unseres Landes. Kirchenmusik und biblisch gefüllte Bildung, zu der auch Mädchen Zugang haben sollten, blühten auf. Die befreienden Auswirkungen jener Reformationsbewegung von damals spüren wir heute noch.

Diese Dynamik in Schauspiel umzusetzen, ist ein mutiges Unterfangen. Ich gratuliere der Naturbühne Trebgast, dass sie sich dem stellt – sogar mit einem eigens erarbeiteten Schauspiel. Alle Achtung! Gerne bin ich Schirmherrin dieses Werkes und wünsche allen Schauspielern und Schauspielerinnen nicht nur Gelingen, sondern Gottes Segen – und ebenso allen, die das Schaupiel erleben.

Grußwort Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

500 Jahre Reformation. Das ist kein bisschen angestaubt. Das ist kein bisschen trocken. Das ist lebendig. Das ist anschaulich. Das ist begeisternd und lehrreich. Vielen Veranstaltungen des Reformationsjubiläums gelingt es, für das Leben und das Wirken Martin Luthers so zu begeistern, dass Menschen heute verstehen, was die Lehre der Reformation mit ihrem je eigenen Leben zu tun hat. Auch die Naturbühne Trebgast bringt einen Ausschnitt des Lebens Martin Luthers anschaulich auf die Bühne.

Die Überschrift des Theaterstückes, Martin Luther - ein Rebell seiner Zeit, verweist auf die turbulenten persönlichen, theologischen und politischen Jahre Martin Luthers zwischen 1505 und 1530. Ich freue mich, dass durch dieses Theaterstück viele Menschen in diesen reichen Lebensabschnitt Martin Luthers hineingenommen werden und dadurch erahnen, was der Reformator gedacht und erkämpft hat und wofür sein Herz schlug. Es ist zugleich wichtig und hilfreich, dass das Theaterstück auch die schwierigen Entscheidungen und Ereignisse der Reformationszeit benennt.

Ich wünsche der Inszenierung auf der Naturbühne in Trebgast natürlich wunderbares Wetter. Vor allem aber wünsche ich Ihnen allen von Herzen, dass Sie sich für die Sache der Reformation begeistern und interessieren und die Botschaft Martin Luthers neu entdecken. Denn die Reformatoren damals haben neu zur Sprache gebracht, was die Quelle unseres Lebens ist: Jesus Christus. Von ihm kommt Kraft und Orientierung. Er hat uns gezeigt, dass wir geliebte Menschen sind und jeder und jede eine Gott gegebene Würde besitzt. Das tief in der Seele zu wissen, schenkt Kraft und Vertrauen für all die großen und kleinen Aufgaben unseres Lebens. Christus hat die Gesellschaft der Ungeliebten und Ausgestoßenen gesucht, er hat sie geheilt, ihnen geholfen und mit ihnen gefeiert.

Christus ist den Weg des Schmerzes und des Todes gegangen, um beiden die Macht zu nehmen. Die Botschaft Jesu Christi ist das Zentrum dessen, was wir im Reformationsjahr 2017 feiern!

Gott befohlen

Grußwort der Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum Margot Käßmann

2017 ist ein sehr besonderes Jubiläumsjahr! 500 Jahre Reformation, das meint zum einen die Erinnerung daran, dass Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel in Wittenberg veröffentlichte. Nichts, was der Mensch leistet, rechtfertigt sein Leben, für Sünden kannst du nicht büßen, indem du Geld an die Kirche zahlst, sondern Gott sagt deinem Leben Sinn zu und Gott vergibt dir, wenn du scheiterst. Das waren revolutionäre Erkenntnisse, die Luther aus seiner Lektüre der Bibel gewonnen hat.

1521 hat er diese Grundüberzeugung auf dem Reichstag zu Worms verteidigt. Wenn er nicht durch die Bibel oder aus Vernunft widerlegt würde, dann werde er seine Schriften nicht widerrufen, erklärte er, denn das sei gegen sein Gewissen. Damit war der Weg bereitet hin zu der Gewissens- und Religionsfreiheit, die wir in unseren Tagen schätzen in den demokratischen Staaten der Erde, ebenso der Weg hin zu Meinungs- und Redefreiheit. Damit nun jeder Mensch das eigene Gewissen an der Bibel schärfen kann, übersetzte Luther sie so in die deutsche Sprache, dass es wahrhaftig ein Dolmetschen war, ein Übertragen dass der Mann in der Gasse, die Frau im Hause und das Kind beim Spielen verstehen können, was da steht. Und Luther forderte die Fürsten auf, Schulen für jeden Jungen und jedes Mädchen gleich welcher sozialen Herkunft zu gründen, damit alle auch selbst in der Bibel nachlesen und so ihr Gewissen schärfen können.

Dabei ist Martin Luther die zentrale Figur der Reformation. Aber es geht um einen breiten Prozess der Erneuerung, der schon hundert Jahre zuvor mit Jan Hus in Böhmen begann und auch durch Johannes Calvin und Ulrich Zwingli eine eigene Ausprägung erlebte. Anders als in den Jahrhunderten zuvor wird die Evangelische Kirche in Deutschland deshalb 2017 international ausrichten. Es geht zum einen um innerkirchliche Erneuerung, aber auch um ein Ereignis von Weltrang, wie auch der deutsche Bundestag erklärte. Und 2017 wird ökumenisch ausgerichtet sein. Längst ist römischen Katholiken und Protestanten in Deutschland klar, dass sie mehr verbindet als sie trennt. Gerade angesichts der zunehmenden Säkularisierung und der multireligiösen Gesellschaft ist das deutlich. So werden sich Katholikinnen und Katholiken, aber auch Orthodoxe, Methodisten, Mennoniten, Baptisten aus aller Welt am Jubiläumsjahr beteiligen.

Schön, dass die Naturbühne Trebgast ein
Stück über Luther zur Aufführung bringt. Das passt hervorragend ins Reformationsjubiläumsjahr und regt hoffentlich viele Menschen an, über die Reformation, unsere Wurzeln und die Herausforderung nachzudenken, wo wir heute Reform und Reformation in Kirche und Gesellschaft brauchen. In der Lutherstadt Wittenberg werden wir das von Mai bis September durchbuchstabieren mit Ausstellungen, Aufführungen, Diskussionen. Sie sind herzlich eingeladen, auch daran teilzunehmen 2017!

Fernseh-Beitrag von "Grüß Gott Oberfranken – das evangelische Kirchenmagazin" auf TVO

Im Fernseh-Beitrag von "Grüß Gott Oberfranken – das evangelische Kirchenmagazin" auf TVO vom 29. Juni 2017 wird die Naturbühne Trebgast besucht, auf welcher zum 500-jährigen Reformationsjubiläum ein ganz besonderes Theaterstück gespielt wird.

zum TV-Beitrag

Fernseh-Beitrag Evangelisches Fernsehen

Fernsehbericht über das Trebgaster Lutherstück im Magazin "Kirche in Bayern" deutschlandweit ausgestrahlt.

zum TV-Beitrag

Darsteller „Luther - Rebell seiner Zeit“

weiblich
Hilde Marina Hentschel
  Silke Neukam-Ködel
Alma Patricia Wagner
Margret Verena Küspert
Lieschen Sophia Weinmann
Anna Ilona Konrad
Alheid Heidi Suttner
Johanna Marina Hentschel
  Silke Neukam-Ködel
Elisabeth Amelie Ramming
Barbara Marion Regnet
Ursel Gabi Bähr
Katharina von Bora Patricia Wagner
Elsa Anja Demuth
Clara Amelie Ramming
Gertrud Andrea Rochholz-Ganzleben
Sigrid Marina Hentschel
  Silke Neukam-Ködel
Eva Gabi Baähr
Mönche Gislinde Schuster-Namer
  Beate Steiner
  Uschi Hübner

männlich
Martin Luther Gerd Kammerer
Karl Michael Bähr
  Daniel Pufke
Julius Ralf Butzmann
Erhard Tobias Seuss
Hans Luther Siegfried Küspert

Johann von Staupitz Heinz Geyer
  Wolfgang Oertel
Fritz Mathias Ebert
Peter Nicolas Gremer
Ludwig Ralf Butzmann
Wentzel Peter Dippold
Johann Tetzel Walter Richter
Erzbischof Albrecht Michael Bähr
  Daniel Pufke
Lucas Cranach Walter Lattner
Adam Tobias Seuss
Franz Moritz Weinmann
Ulrich von Hutten Horst Dößel
Georg, Herzog von Sachsen Rüdiger Zenkner
Andreas Karlstadt Peter Dippold
Philipp Melanchton Mathias Ebert
Kardinal Cajetan Siegfried Küspert
Thomas Müntzer Michael Bähr
  Daniel Pufke
Kaiser Karl V. Moritz Weinmann
Gabriel Walter Lattner
Veit Tobias Seuss
Walther Moritz Weinmann
Justus Bernt Pingel
Jakob Rudolf Regnet
Otto Robert Bähr
Bertram Walter Richter
Pater Laurentius Heiner Beyer
Mönche Walter Steiner
  Bernhard Struller
  Max Griesbach
  Tobias Seuss
  Uschi Hübner

Berichte in den Medien